Ein Song über das erste Aufatmen nach der Dunkelheit. Eine poetische Auseinandersetzung mit Depression – zart, reflektiert und ehrlich.
Ich saß so lang im eignen Grau
Die Fenster zu, die Stimme rau
Doch heut ist irgendwas ganz still
Als ob was Neues kommen will
Die Luft ist kühl, doch nicht mehr kalt
Mein Schatten bleibt, doch nicht mehr alt
Ich spür mich wieder, Stück für Stück
Noch nicht geheilt – doch ein kleines Glück
Fenster auf – ein erster Wind
Er streicht mir sanft durchs müde Kind
Ich atme ein, ich schau hinaus
Und halt mich nicht mehr selbst im Haus
Ein schwarzer Hund liegt neben mir
Er war schon immer irgendwie hier
Mal kaum zu spür’n, mal riesengroß
Wenn er mich packt, komm ich kaum los
Dann wächst er plötzlich in mein Bild
Und macht die Luft um mich ganz still
Er drückt mich tief in dunklen Grund
Und Flucht erscheint fast wie gesund
Fenster auf – ein erster Wind
Er streicht mir sanft durchs müde Kind
Ich atme ein, ich schau hinaus
Und halt mich nicht mehr selbst im Haus
Ich hab gelernt, ihn anzuseh’n
Nicht vor ihm weg, durch ihn zu geh’n
Er bellt nicht mehr – doch bleibt er da
Ein Teil von mir, ganz greifbar nah
Ich sprech davon – mal laut, mal still
Auch wenn nicht jede:r hören will
„Komm raus“ – das hilft nicht, wenn man fällt
Denn manchmal liegt man still – und hält
Fenster auf – ein erster Wind
Er streicht mir sanft durchs müde Kind
Ich atme ein, ich schau hinaus
Und halt mich nicht mehr selbst im Haus
Ich lern die Stille neu zu seh’n
Nicht als Gefahr, nicht als Problem
Sie hält mich wie ein leeres Blatt
Für das, was in mir leise erwacht
Fenster auf – ein erster Wind
Er streicht mir sanft durchs müde Kind
Ich atme ein, ich schau hinaus
Und halt mich nicht mehr selbst im Haus
Es war nicht leicht – und wird’s auch nicht
Doch heut hab ich zum ersten Mal – das Licht